Die Kraft der Natur – Kräuter als Powerpflanzen im Alltag

6. September 2019

Seit Menschengedenken suchen wir bei Schmerzen, Unwohlsein oder gar Krankheiten Hilfe in der Natur. Wer kennt sie nicht, die altbekannten Helferlein wie beruhigenden Lavendelduft zum Einschlafen, Salbeitees gegen schmerzende Hälse oder die entzündungshemmende Kamille? Beispielsweise hatte sogar schon die Gletschermumie „Ötzi“ Kräuterreste im Magen, die Heilkundler der Antike nutzen die Kraft von Heilpflanzen und so manche „Hexe“ bezahlte bitter für ihr uraltes Wissen. Mit der vor allem in Klöstern erfolgten Kultivierung und frühen Erforschung von Pflanzen und ihren Wirkungsweisen fand die Pflanzenheilkunde endgültig Einzug in den bürgerlichen Alltag – das Wissen von Hildegard von Bingen ist beispielsweise noch heute wertvolles Allgemeingut. Mittlerweile hat sich daraus ein gewichtiger Markt mit unüberschaubaren Anbietern und Angeboten entwickelt.

 

Natürliche Kräuter-Massageöle

 

Kleiner Garten, große Wirkung

Wer sich die wertvollen Eigenschaften von Kräuterpflanzen selbst zunutze machen möchte, kann sich ganz einfach selbst ein kleines Kräuterparadies schaffen – Salbei, Rosmarin, Basilikum und Co. gedeihen auch auf dem kleinsten Balkon, wer etwas mehr Platz hat, kann sich auch ein kleines duftendes Refugium als Hochbeet oder Kräuterspirale schaffen. Gut aufeinander abgestimmte Kräutermischungen sind auch schon im Einzelhandel in dekorativen Schalen erhältlich.

Ob die jeweilige Pflanze Sonnenanbeter ist, oder doch lieber auf schattigeren Plätzchen gedeiht, verraten Gärtner oder ein Blick auf die mitgelieferte oder die am Topf aufgedruckte Pflegeanleitung. Wichtig ist, für entsprechende Erde bzw. Substrat zu sorgen; die gängigen Kräuter haben ungern nasse Füße, sie vertragen Staunässe nicht gut. Tipp: Auf durchlässiges Substrat achten! Meist wird ein sonnig-warmer Standort bevorzugt, wärmereflektierende Mauern oder Steine können dahingehend Gutes bewirken. Einen grüneren Daumen als das richtige Maß an Sonne und Schatten und Gießen muss man dann meist auch nicht mehr mitbringen – der Verzicht auf Dünger und Pestizide ist bei Essbarem natürlich Ehrensache. Die meisten mediterranen Kräuter, aber auch Minze oder Salbei, duften zudem noch herrlich und vertreiben dank ihrer Duftstoffe oder ätherischen Öle auch lästige Insekten.

Kleine Pflanzenkunde

Während kleine Plagegeister durch diese pflanzlichen Schutzmechanismen abgewehrt werden, tun viele Blüh- und Heilpflanzen dem Menschen hingegen gut. Wenn wir von „Kräutern“ sprechen, differenzieren wir die Pflanzen übrigens anhand ihres Nutzwertes und unterscheiden grundsätzlich zwischen Küchen-, Gewürz- und Heilkräutern. Während erstere vor allem den Geschmack von Speisen verfeinern oder zur besseren Bekömmlichkeit beitragen, bilden Heilkräuter die Grundlage für Arzneimittel oder sind selbst solche. Allen als Kräuter verwendeten Pflanzen sind ihre ätherischen Öle gemein. Sie verleihen ihnen einen charakteristischen, unverwechselbaren Duft.

 

natürliche Kraeuter

 

Natürliche Power im Alltag

Ob wir nun geschmackliche Finesse oder Heilwirkung suchen, verwenden wir Kräuter frisch oder getrocknet, als Ganzes oder auch als Auszug – die Möglichkeiten sind vielfältig.
Viele Kräuter stammen aus dem Mittelmeerraum und geben daher typisch mediterrane Geschmacksnoten ab. Den Duft von Basilikum, Oregano & Co. in der Nase und auf dem Teller fühlen wir uns sofort in Urlaubsstimmung versetzt. Zu Fisch und Gemüse passen z.B. Rosmarin oder Rosmarin gut; Fleisch freut sich auch über eine Prise Thymian oder Majoran – einfach ausprobiere, gängige Kochbücher oder Websites haben jede Menge Rezepte parat!

Auch wer versucht, Gewicht zu halten oder zu reduzieren, kann auf viele grüne Helferlein zählen: Es gibt Pflanzen, die die Verdauung unterstützen, den Stoffwechsel anregen oder die Fettverbrennung fördern. Während Brennnessel, Rosmarin, Basilikum und Pfefferminze anregend wirken, unterstützen Petersilie, Kresse, Beifuß und Schnittlauch die Fettverbrennung sogar aktiv. Oregano, Dill, Kerbel, Thymian und Löwenzahn wirken überdies verdauungsfördernd. Einfach als Zutat oder Tee genießen – in der Kochkunst ist wahrlich ein Kraut für jeden Geschmack gewachsen und die Vielfalt der Rezepte in Kochbüchern oder auch Online-Plattformen wie ichkoche.at lädt zum genussvollen Nachkochen und Ausprobieren ein.

Auch Michael Zelko, seines Zeichens Küchenchef der Parktherme Bad Radkersburg und Kräuterfan, hat uns eines seiner vielfältig interpretierbaren Lieblingsrezepte verraten:

SteirerGlück Schweinsfilet im Kräutermantel

  • Zutaten
    – 1 kg. „Steirerglück“ oder regionales Schweinsfilet
    – Salz
    – Pfeffer
    – frische Gartenkräuter nach Wahl

Zubereitung
Schweinefilet von Sehnen und Fett befreien. Mit Salz und Pfeffer würzen
Das Olivenöl in die Pfanne geben und erhitzen. Schweinsfilet auf allen Seiten gut anbraten
und in den Ofen geben; ca. 20 Minuten bei 100 Grad Celsius fertig garen. Die optimale Kerntemperatur beträgt dabei übrigens 58 bis 60 Grad Celsius (Tipp: Mit dem Bratenthermometer mit messen).
Inzwischen die Gartenkräuter waschen und fein hacken. Fertig gegartes Filet aus dem Ofen nehmen, in den gehackten Kräutern wälzen und in Folie gewickelt 5 Minuten ruhen lassen.

Anschließend das Fleisch aufschneiden. Hausgemachte Nudeln und Sommergemüse sind passende Beilagen dazu. Guten Appetit!

 

Kuechenchef der Parktherme Bad Radkersburg

 

Grüne Seelenschmeichler

Nicht zuletzt werden natürlich auch die Wirkung von Kräutern auf Körper und Psyche gesetzt: Sie kennen bestimmt den beruhigenden Baldrian oder Lavendel oder den stimmungsaufhellenden Klassiker Johanniskraut.

Wie das geht? Neben physiologischen Wirkungen wie Entzündungshemmung gelangen Gerüche und Geschmack über den Geruchsnerv im Rachendach als sanfte Reize direkt in unser ‚emotionales‘ Gehirn, das limbische System. Es sitzt mitten im Gehirn, gehört zu den ältesten Hirnteilen und wird von unseren Sinneseindrücken genährt. Gerüche und Geschmack lösen in dieser Hirnregion Gefühle aus und wecken Erinnerungen, die mit ihnen verbunden sind.

Auch hierzu hat der „Küchenpatron“ der Parktherme einen Insidertipp parat: Haben Sie schon einmal versucht, Salate und Desserts mit Blüten und Auszügen zu verfeinern? Da essen Augen & Seele mit!

Kräuter ernten und Sommerduft konservieren

Sie möchten den Duft des Sommers für die kalte Jahreszeit konservieren oder einfach selbst mit Gewürzkreationen aus dem eigenen Kräutergarten experimentieren?

Ideal für die Ernte von Kräutern ist ein sonniger Vormittag, am besten gleich nach Auftrocknen des nächtlichen Taus. Ihre Schützlinge werden es Ihnen danken, wenn Sie sie noch vor der mittäglichen Hitze schneiden und dazu möglichst scharfes Gerät wie ein Küchenmesser oder eine spezielle Kräuterschere verwenden. Damit sich die Pflanze wieder gut erholen kann, schneiden Sie am besten nur bis zur Hälfte des jeweiligen Stiels. Ob Sie vor, während oder nach der Blüte ernten, variiert übrigens von Sorte zu Sorte. Meist sinkt der Gehalt an ätherischen Ölen zur Blüte ab (z.B. bei Salbei oder Thymian, manche Pflanzen schmecken dann auch bitterer (z.B. Minze oder Melisse).
Haben Sie erfolgreich geerntet, können Sie Ihre Schätze nun vielfältig konservieren. Die gängigste Form ist die Trocknung (Großblättriges als einzelne Blätter, kleinblättrige Sorten als Bündel). Auch Kräuterwurzeln wie Ingwer lassen sich gut durch Trocknen konservieren.
Achtung: Bitte warm und trocken lagern und nicht der Sonne aussetzen, um wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten! Manche Kräuter, vor allem Weichblättriges wie z.B. Dill oder Petersilie, mag lieber eingefroren oder in Essig oder Öl konserviert werden. Auch das Herstellen eignen Pestos ist eine vorzügliche Variante der Konservierung.

Sich sanft Gutes tun – Ihr Einstieg in die Welt der Kräuter

Mein Tipp: Wenn auch Sie mehr über diese und weitere „Powerpflanzen“ wissen möchten, kann ich Ihnen das Kräuteryoga der Parktherme wärmstens ans Herz legen. Gemeinsam mit Expertin Birgit Trummer schöpfen wir neue Lebensenergie und entdecken wertvolle Kräuter und ihre Wirkungen!

Kraeuter Yoga Einheit im Park der Parktherme Bad Radkersburg

 

 

Infos und Mitmachtermine zum Outdoorfitness

Quellen: Fit for Fun, Lebensmittellexikon.de, mein-schöner-garten.de, kraeuter-verzeichnis-de

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