Mit Magnesium fit in Herbst und Winter

Mit den ersten wärmeren Tagen beginnt sich der Stoffwechsel unseres Körpers umzustellen, Hormonsysteme werden aktiviert, die Stimmung steigt und unsere Aktivitäten außerhalb des Hauses werden intensiviert. Bewegung, Sport, Garten sind für viele Menschen ein wichtiger Ausgleich und letztlich lebensnotwendig.

In vielen Fällen kommt es über die Wintermonate zu einer Verknappung an wichtigen Mineralstoffen wie Magnesium, aber auch die Vitaminpools werden in der kalten Jahreszeit knapp. So ist es nachgewiesen, dass vor allem in den Wintermonaten neben dem Vitamin D, das über die Vorstufen des Cholesterins, die Haut und das Sonnenlicht gebildet werden, vor allem Mangelzustände von Magnesium im Körper vorliegen.

Magnesium ist für den lebenden Organismus ein wichtiger Mineralstoff, der größte Magnesiumspeicher ist der Knochen, der in etwa 60 % des Magnesiumpools bildet. Der Knochen wird als Langzeitdepot angesehen und gibt nur sehr zögernd Magnesium ab. Im Gegensatz dazu findet sich rund 39 % unseres Magnesiumpools im schnellen Depot, wie es die Organe, vor allem die Muskulatur darstellen. Dieses Depot gibt Magnesium sehr schnell ab, was dazu führt, dass bei muskulärer Aktivität wie z. B. Sport oder Schwitzen häufig danach Mangelzustände entstehen können. Das Blut selbst kann Magnesium nur zu 1 % des gesamten Pools mitführen und gleicht diese Mangelzustände schwer aus. So kommt es früher oder später, vor allem aber in der Nacht zu Bein- und Wadenkrämpfen, die das Leitsymptom für einen Magnesiummangel sein können.

Der tägliche Magnesiumbedarf entspricht durchschnittlich 300 bis 400 mg Magnesium, wobei zu berücksichtigen ist, dass bei höherer körperlicher Aktivität, starkem Schwitzen oder Saunagängen dieser Bedarf sich verdoppeln kann, also 600 bis 800 mg notwendig sein könnten. Auch chronische Stresszustände können zu einem Magnesiumverlust führen, so dass Magnesium zurecht als ein Antistressmineral bezeichnet wird.

Eine häufig gestellte Frage ist: Wann, wie viel und womit Magnesium eingenommen werden sollte?

Aus unseren eigenen Untersuchungen konnten wird feststellen, dass die niedrigsten Magnesiumspiegel im Blut vor allem in der Nacht vorzufinden sind, denn während bei körperlicher Aktivität die Muskulatur bzw. die Organe versuchen, das Magnesiumniveau aufrecht zu erhalten, kann dies in der Ruhephase nicht mehr gewährleistet werden. Daraus ergibt sich die Empfehlung Magnesium vor allem am Abend und hier mindestens 300 mg einzunehmen. Weiters sollte man Magnesium nicht gemeinsam mit Kalzium zuführen, da Kalzium der natürliche Antagonist, also Gegenspieler von Magnesium ist. Menschen, die eine Kalziumtherapie wegen Osteoporose benötigen, sollten diese in der Früh oder vormittags und Magnesium eben abends, also zeitlich getrennt, zu sich nehmen.

Die Dauer einer Magnesiumtherapie erklärt sich daraus, inwieweit Magnesium bei Symptomen eingenommen wird oder als Fitmacher im Frühling dient. Bei Bein- und Wadenkrämpfen ist Magnesium in einer Kur von mind. 50 Tagen als Magnesium Granulat mit 300 mg täglich anzuraten. Bei sportlichen Aktivitäten kann Magnesium auch schluckweise über mehrere Stunden aufgenommen werden, wobei sich hier der Bedarf nach der körperlichen Aktivität richtet. Wichtig ist aber, dass Magnesium nicht als Jausengetränk mit fetthaltigen Speisen aufgenommen werden sollte. Bei Zusammentreffen von Fett und Magnesium im Dünndarm kommt es nämlich gerne zu einer sogenannten Seifenbildung, die dann nicht anderes als eine abführende Wirkung zeigt und damit Bauchbeschwerden bewirken kann.

Aber auch in der Medizin hat sich Magnesium im letzten Jahrzehnt durchgesetzt, wobei sowohl in der Schwangerschaft als auch bei der Volkskrankheit Diabetes mellitus Magnesium eingesetzt wird. Vor allem Diabetiker haben häufig niedrige Magnesiumspiegel im Blut, da vor allem beim Typ II Diabetes durch die erhöhte Insulinproduktion ein Magnesiumverlust über die Niere auftritt.

Bei Herzpatienten, vor allem bei Herzschwäche oder Erkrankung der Herzkranzgefäße hat sich Magnesium als zusätzliches Medikament bewährt. Auch bei Einnahme von wassertreibenden Tabletten kommt es häufig zu einem Verlust von Magnesium über den Harn, so dass auch hier vermehrt Magnesium zugeführt werden soll.

Das Magnesiumforum Bad Radkersburg hat 1996 eine Studie, die bei über 3000 Österreichern durchgeführt wurde, veröffentlicht, wobei rund 1/3 der Österreichischen Bevölkerung einen Magnesiummangel aufweist. Daraus ergibt sich einerseits, dass die von uns zugeführte Nahrung letztlich nicht so magnesiumreich ist, dass aber auch einseitige Kost und ständiges Fast Food Essen diesen Effekt noch verstärken kann. Daher sollte man auch an die magnesiumreichen Nahrungsmittel, die vor allem im gesunden Frühstück wie Weizenkeime, Haferflocken, Korn und Hirse sowie Soja vorliegen, denken. Die häufig als Magnesiumspender angesprochene Banane ist allerdings kalium- und nicht magnesiumreich. Kalium fördert aber den Magnesiumtransport in unsere Zellen. Auch Kakaopulver wie Schokolade ist magnesiumreich, da aber energiereiche Zucker- und Fettlieferanten in der Schokolade vorhanden sind, kann diese als „Therapie“ nicht empfohlen werden. Auch Nüsse und Pistazien gehören zu den Magnesiumspendern, werden aber geröstet und gesalzen zu Kalorienbomben.

Wenn wir als fit in die kalte Jahreszeit gehen wollen heißt es mehr Bewegung, mehr Vitamine, weniger Fett und mehr Magnesium, damit die Körperabwehr gestärkt wird.


Kontakt:
Prim. Dr. Bernd Zirm
T: 03476 / 3403

per E-Mail anfragen